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Schlechte Angewohnheiten erfolgreicher Führungskräfte

Sind wir als Führungskraft erfolgreich, laufen wir Gefahr, an all unseren Verhaltensweisen festhalten zu wollen. Verständlicherweise, schließlich haben uns diese – so glauben wir zumindest – erfolgreich gemacht. Sie sind Grundlage und Stütze unseres Erfolges und nähren unser Selbstvertrauen.

Wenn es um Veränderung geht, überlegen wir in der Regel, was wir noch zusätzlich tun könnten, um noch erfolgreicher zu werden. Betriebliche Leistungsbewertungs- und Bonussysteme zahlen meist auf diese Vorgehensweise ein: belohnt wird die positive Zielerreichung. Wenn wir uns allerdings erfolgreich von schlechten Angewohnheiten befreien, schlägt sich das weder in unserer Leistungsbeurteilung noch auf dem Gehaltsscheck nieder. So stellte der Management-Guru Peter Drucker treffend fest: „Wir verbringen viel Zeit damit, Führungskräften beizubringen, was sie tun sollen. Wir verbringen zu wenig Zeit damit, ihnen beizubringen, womit sie aufhören sollen.“

Statt Führungskräften nur zu sagen, was Sie tun sollten, z.B. ihren Mitarbeitern mehr Verantwortung und Selbstführung zu gestatten, sollten wir Ihnen besser auch aufzeigen, was Sie lassen sollten, z.B. Nadelöhr für jede Entscheidung zu sein, sei sie auch noch so klein.

Der Top-Executive-Coach Marshall Goldsmith hat in seinem sehr lesenswerten Buch „What got you here won`t get you there” die 20 häufigsten schlechten Angewohnheiten erfolgreicher Führungskräfte aufgelistet:

  1. Zu sehr gewinnen wollen: das Bedürfnis, um jeden Preis und in jeder Situation zu gewinnen.
  2. Zu viel beitragen wollen: das starke Bedürfnis, zu jeder Angelegenheit seinen Beitrag leisten zu müssen.
  3. Über andere urteilen: das Bedürfnis, über andere zu urteilen und ihnen seine eigenen Standards aufzuerlegen.
  4. Destruktive Kommentare abgeben: nutzloser Sarkasmus und bissige Bemerkungen, mit denen wir besonders witzig sein wollen.
  5. Sätze mit „Nein“ oder „Aber“ beginnen: das Überstrapazieren dieser negativen Ausdrücke, mit denen wir auf indirekte Weise jedem mitteilen „Ich habe recht und du liegst falsch.“
  6. Der Welt beweisen, wie schlau wir sind: das Bedürfnis, anderen zu zeigen, dass wir schlauer sind als sie denken.
  7. Im Ärger oder Zorn sprechen: das Verwenden von Gefühlsschwankungen als Management Tool.
  8. Negativität, oder: „Lassen Sie mich erklären, warum das so nicht geht“: das Bedürfnis, unsere negativen Gedanken mitzuteilen, auch wenn wir nicht danach gefragt wurden.
  9. Informationen zurückhalten: die Weigerung Informationen zu teilen, um anderen gegenüber im Vorteil zu sein.
  10. Unvermögen, Anerkennung auszudrücken: die Unfähigkeit zu loben und Wertschätzung zu äußern.
  11. Unberechtigt Erfolge für sich beanspruchen: die für andere ärgerlichste Art, unseren Beitrag zu jeglichem Erfolg zu überschätzen.
  12. Ausflüchte suchen: das Bedürfnis, unsere negativen Verhaltensweisen als unveränderliche, persönliche Eigenschaft darzustellen, damit andere sie uns verzeihen.
  13. Sich an die Vergangenheit klammern: das Bedürfnis, unsere Fehler auf vergangene Entscheidungen oder Situationen zu schieben. Eine Unterkategorie von „allen anderen die Schuld geben“.
  14. Favoriten bevorzugen: die Unfähigkeit zu erkennen, dass wir jemanden unfair behandeln.
  15. Sich nicht entschuldigen können: die Unfähigkeit, Verantwortung für unsere Taten zu übernehmen, zuzugeben dass wir falsch liegen, oder zu erkennen, wie sich unsere Taten auf andere auswirken.
  16. Nicht zuhören: die stärkste passiv-aggressive Form von Respektlosigkeit gegenüber Kollegen.
  17. Unfähigkeit, Dankbarkeit auszudrücken: eine der grundlegendsten Formen schlechten Benehmens.
  18. Den Überbringer schlechter Nachrichten bestrafen: das unangebrachte Bedürfnis, Unschuldige zu attackieren, die gewöhnlich nur versuchen, uns zu helfen.
  19. Anderen den schwarzen Peter zuspielen: das Bedürfnis, allen anderen die Schuld zu geben, niemals uns.
  20. Übertriebener Drang „man selbst“ zu sein: unsere Fehler als „Authentizität“ darzustellen, weil wir „halt einfach so sind“.

Hand aufs Herz: haben Sie auch schon mal die ein oder andere schlechte Angewohnheit von dieser Liste gezeigt? Keine Sorge, damit sind Sie nicht alleine. In der Regel hat jede Führungskraft mindestens zwei dieser Angewohnheiten in ihrem Verhaltensrepertoire. Am häufigsten kommt übrigens die Nummer 1 vor: „zu sehr gewinnen wollen“.

Unser Tipp: Beobachten Sie sich im Alltag. Wenn Sie feststellen, dass Sie zu einer der oben genannten Verhaltensweisen greifen wollen, treten Sie auf die Bremse. Überlegen Sie sich eine alternative Vorgehensweise und beobachten Sie, was passiert.

Gewohnheiten zu verändern ist sehr schwer. Seien Sie also geduldig und gnädig zu sich selbst. Unsere zertifizierten Coaches unterstützen Sie übrigens gerne darin, Ihre persönlichen Veränderungsvorhaben voranzutreiben und neue, positive Angewohnheiten zu entwickeln. Wir sind Profis darin, nachhaltige und effektive Entwicklungsprogramme für Führungskräfte und Talente zu konzipieren und durchzuführen. Kontaktieren Sie uns jetzt für ein kostenloses, unverbindliches Beratungsgespräch!

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